Wenn die Kinder sich nicht melden

erstellt am: 07.11.2019 | von: Bruno Hentschel | Kategorie(n): Ratgeber

Wenn die Kinder sich nicht melden

Wenn die Kinder sich nicht melden

Beitrag von Claudia Wendland

Der Blick aufs Telefon – kein Anruf. Wieder nicht. Was ist nur mit den Kindern los? Ja, sie haben ihr eigenes Leben. Sie sind stark eingebunden. Trotzdem würden wir uns wünschen, dass sie sich etwas häufiger melden. Was wir selbst dafür tun können, lest ihr hier.

Toll, dass unsere Kinder ihr eigenes Leben haben

Es fühlt sich ein bisschen an wie Liebeskummer. Das Gefühl nach einer langen Beziehung, wenn der andere Schluss macht. Auch wenn wir dieses Wort sonst eigentlich für andere persönliche Entwicklungen benutzen würden: Es trifft auch die zwischen Eltern und ihrem erwachsenen Nachwuchs.

Wenn die Töchter und Söhne sich rar machen

aussagekräftiger TitelDa sind diese Nuancen von Vermissen. Von Enttäuschung. Es ähnelt Trennungsgefühlen. Und wir können sie nicht wegwischen. Weil es einmal anders war – in unseren gemeinsamen Jahren unter einem Dach.
Gleichzeitig sind wir aber doch auch stolz, wie toll die Kinder ihr eigenes Leben wuppen. Wir wissen, dass sie viele andere Verpflichtungen haben. Manche haben ihre eigene Familie. Haben stressige Berufe. Toll, dass ihnen das gut gelingt. Es ist auch – und eigentlich vor allem – unser Verdienst, dass sie das nötige Rüstzeug dafür in ihrer Kindheit und Jugend bekommen haben. Sie führen ihr eigenes Leben. Sie sind stark. Das kann uns freuen.
Wenn wir trotzdem gerne mehr von unserem Nachwuchs hören wollen – hier ein paar Gedanken und Ideen, wie wir das hinbekommen könnten.

Kein Patentrezept

aussagekräftiger TitelEs existiert selbstverständlich kein Patentrezept. Es hängt an so vielen Details, wie lebendig wir den Kontakt empfinden. Wie stark sind die Kinder tatsächlich eingebunden? Wie groß ist die räumliche Entfernung. Sprich: kann man sich auch leicht persönlich treffen oder läuft alles übers Telefon? Und wie intensiv war das Verhältnis eigentlich früher?
Vielleicht ziehen wir einfach mal eine Art Bilanz. So werden wir uns über unseren Ist-Zustand klar. Dann über unseren Wunsch-Zustand. Und wir können überlegen, wie wir das überbrücken.

Wie sehen die Fakten und die Gefühle aus?

aussagekräftiger TitelFür den Ist- und Wunsch-Zustand könnt ihr euch zum Beispiel eine Liste machen. Lasst euch Zeit. Ihr könnt auch über einen längeren Zeitraum immer wieder Notizen ergänzen. So sortiert ihr schon mal eure Gedanken.
Wie oft melden sich die Kinder denn zum Beispiel wirklich? Vielleicht kommt es häufiger vor als ihr denkt. Kommen sie schon mal vorbei? Rufen sie an? Oder schreiben sie eine Nachricht per Smartphone – und ihr möchtet lieber persönlich mit euren Kindern reden? Ein Hallo per Handy ist für eure Kinder allerdings eine liebevolle Geste. Sie sind es heutzutage so gewohnt. Sie kommunizieren auch mit ihren Freunden sehr viel auf diesem Weg.
Fragt euch: Erleben eure Kinder zum Beispiel gerade familiäre oder berufliche Veränderungen? Dann gebt ihr ihnen bestimmt gerne Raum für diese Phase in ihrem Leben.
Und überlegt noch mal: Was war euch früher in eurer Beziehung zu den Kindern wichtig und ist jetzt anders? Einerseits habt ihr euch von etwas verabschiedet, dadurch dass die Kinder ausgezogen sind. Aber auch für euch ist viel dazugekommen. Ihr konntet seitdem eure Zeit verplanen, wie ihr wolltet. Ihr könnt Dinge tun, für die sonst nie Gelegenheit war, Neues entdecken. All das, ohne auf die Kinder Rücksicht nehmen zu müssen.

Die eigenen Gefühle darlegen

aussagekräftiger TitelIst euer Ist-Zustand trotzdem ein Stück vom Wunsch-Zustand entfernt? Eine Brücke könnt ihr am besten in einem ehrlichen Austausch mit den Kindern bauen. Um die Mitte zwischen Festhalten und Loslassen zu finden, ist ein solches klärendes Gespräch der ideale Weg.
Rituale können auf dem Weg zur Lösung helfen. Nur als Beispiel: Ihr könntet euch gemeinsam auf feste Tage einigen, wann ihr euch trefft oder telefoniert. Und klären, dass ihr euch dabei abwechselt. Oder ihr findet eure eigene Art von Code: Eine kurze Nachricht wie „Und?“ heißt „Ich würde gerne mal wieder sprechen“, ohne dass das bedeutet, melde dich sofort. Sondern: Melde dich, wenn es passt.
Für eure Kinder kann ja das gleiche gelten, wenn sie wissen wollen, wie es läuft. Wichtig ist, dass sich kein Druck aufbaut. Wir müssen uns klar sein: In ihrem Leben hat sich viel verändert. Wir waren einmal das Wichtigste in ihrem Leben. Und nun ist noch viel „Wichtigstes“ hinzugekommen. Wie die eigene Familie oder Partnerschaft, die sie jetzt haben.

aussagekräftiger TitelMit etwas Geschick und Einfühlungsvermögen könnt ihr trotzdem aktiv an diesem Leben teilhaben. Vielleicht gäbe zum Beispiel die Möglichkeit, eine regelmäßige Aufgabe für die Kinder zu übernehmen? Weil ihr damit im Austausch bleibt. Oder verschenkt zum Geburtstag oder Weihnachten statt anderer Geschenke zum Beispiel Gutscheine für gemeinsame Stunden. Mit einer Einladung zur gemeinsamen Kaffee-und-Kuchen-Runde, mit einem gemeinsamen Termin mit der Tochter bei einer Kosmetikerin oder ähnlichem. Schickt mal eine Postkarte, eine Nachricht per Messenger oder über Facebook – zum Beispiel mit einem Sinnspruch. Einfach so. Ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl. Aber ganz ohne Druck.
Und vielleicht stellt ihr ja auch fest, dass ihr einfach beide viel zu vorsichtig umeinander herumgetanzt habt. Ihr habt beispielsweise gedacht: Ich melde mich besser nicht so oft. Ich will den Kindern ja nicht auf den Geist gehen. Und die Kinder haben auch gewartet. Nach dem Motto: Die Eltern können sich ja auch mal melden. Warum soll ich das immer tun? Und am Ende waren beide Seiten komplett umsonst enttäuscht. Weil sie sich beide gerne häufiger sehen oder hören würden.

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