Wie ungesund ist Billigfleisch?

Kühe auf der Weide

erstellt am: 21.06.2018 | von: Leoni | Kategorie(n): Gesundheit, Ratgeber

Kühe auf der Weide

Wie ungesund ist Billigfleisch?

Von: Vera Kleinken

Viele von uns essen gerne Fleisch (an alle Vegetarier/Veganer unter euch, Hut ab!) und wissen gleichzeitig, dass es nicht gesund ist zu viel Fleisch zu essen. Fleisch in Maßen gibt dem Körper aber viele gesunde Inhaltsstoffe. Das Problem ist, nicht jedes Fleisch ist gut. Es gibt billiges sowie sehr teures Fleisch, in allen Supermärkten oder vom Metzger. Woher kommt unser Fleisch und wie ungesund ist billig produziertes Fleisch eigentlich?

Das Problem der Massentierhaltung

Billigfleisch Schweine im Stall98% des in Deutschland gegessenen Fleischs wird in Massentierhaltung produziert. Eine erschreckende Zahl, besonders wenn man den wachsenden Trend zum gesunden Essen nachverfolgt und so meinen könnte, dass die Produktion konventioneller Fleischproduktion nachlässt. Das tut sie aber nicht. Die meisten Tiere in Deutschland, ungefähr 754 Millionen pro Jahr, leben ein krankes und kurzes Leben. Oft können sich die Tiere kaum bewegen und sind angekettet, ihrem Spiel- und Bewegungsdrang können sie also überhaupt nicht nachgehen. Artgerecht sieht anders aus.

Auswirkungen auf unsere Gesundheit

Billigfleisch im SupermarktAuch wenn das Mitleid für die Tiere oft schon reicht, dass wir Konsumenten statt zu Billig-Discounterfleisch zu Biofleisch, anstatt zu Eiern aus Bodenhaltung, zu Bio-Eier greifen, gibt es noch viele weitere gute Gründe bewusst und besser einzukaufen. Denn auch auf den Menschen hat der Konsum kranker Tiere Auswirkungen. Denn die meisten Tiere werden mit Unmengen von Antibiotika (insgesamt ungefähr 800 Millionen Tonnen pro Jahr) vollgespritzt, um den vielen sprießenden Krankheiten Herr zu werden. Dadurch entwickeln viele Tiere resistente Keime, die auf den Menschen übergehen können, wenn wir dieses Fleisch dann essen. Das führt dazu, dass uns Antibiotika nicht mehr helfen können, sollten wir ernsthaft krank werden.

Ein weiteres Gesundheitsrisiko liegt im Feinstaub. Der kommt nur aus den Abgasen aus dem Verkehr und der Industrie? Nein, auch aus der Landwirtschaft! Durch die Ausscheidungen der Tiere geraten Ammoniumnitrat- und Sulfatpartikel in die Luft und verpesten sie. Das hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Gesundheit und kann u.a. zu Asthma und Herzproblemen führen.

In Gülle und Mist ist außerdem der Stickstoff Nitrat vorhanden, der über die Böden ins Grundwasser gelangt und überschreitet so oft den Maximalwert, der für Menschen in Trinkwasser in Ordnung ist.

Bio nicht gleich Bio

Billigfleisch Steak

Deshalb ist es so wichtig, gutes Fleisch zu kaufen, vom Metzger eures Vertrauens (beim nächsten Mal nachfragen, woher sie ihr Fleisch beziehen) oder im Supermarkt auf Bio-Siegel achten. Diese Siegel versprechen ein gewisses Maß an Richtlinien, die den Tieren ein gesünderes Leben ermöglichen.

Doch Bio ist nicht immer gleich Bio. Viele Richtlinien sind eher lax und so sind die Verhältnisse manchmal sogar sehr ähnlich zu denen in Massentierhaltungen. So wie wir uns Bio-Standards vorstellen - glückliche Kühe auf grünen Wiesen - das besteht leider nur in Ausnahmefällen. Sehr gute Siegel sind Demeter, Naturland und Bioland. Im besten Fall findet ihr einen Bio-Bauernhof in eurer Nähe, bei dem ihr direkt einkaufen könnt.

Tipp: Deutsche essen pro Jahr ca. 60 kg Fleisch - Gesundheitsberater empfehlen ungefähr die Hälfte.

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