Klein und gemein – Zecken

erstellt am: 27.05.2019 | von: Bruno Hentschel | Kategorie(n): Gesundheit, Ratgeber

Heimtückische Zecken

Klein und gemein – Zecken

Von: Annette Stassen

Zecken lauern in Büschen und Hecken, auf Blättern, Gräsern und Zweigen, sind winzig klein und gut getarnt. Wenn es uns vermehrt ins Freie zieht, werden auch sie wieder aktiv: Zecken mögen es warm. Einige schwere Krankheiten können sie auch auf den Menschen übertragen – ihr könnt euch aber schützen.

Keine Panik – aber Vorsicht

aussagekräftiger Titel Zu den am meisten gefürchteten Krankheitserregern, die Zecken beim Stich mit ihrem Speichel weitergeben können, gehört neben Borrelien auch das FSME-Virus. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis kann zu Hirnhaut- und Rückenmarksentzündungen mit bleibenden Schäden führen und selten tödlich enden. Mit der Verbreitung von infizierten Zecken steigt auch die Anzahl der ausgewiesenen Risikogebiete; auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts findet ihr eine regelmäßig aktualisierte Karte.

Unbemerkte Gäste

Zecken - oft unbemerkt Die Annahme, Zecken ließen sich von Bäumen auf ihre Wirte fallen, ist so falsch wie langlebig. Tatsächlich sitzen sie in maximal einem Meter Höhe überall dort, wo es warm, gern auch feucht und ein bisschen dunkel oder unübersichtlich ist – das kann im Wald und auf der Wiese sein, aber auch im heimischen Garten.

Im Vorbeigehen sind sie schnell abgestreift und mitgenommen; dann krabbeln sie über Haut oder Kleidung, suchen eine warme, feuchte Körperstelle und setzen sich in Achseln, Kniekehle oder Leiste fest, um in den folgenden Stunden oder, wenn ihr sie nicht entfernt, Tagen ihre Mahlzeit einzunehmen. Tückisch: Beim Stich sondern sie mit ihrem Speichel außer den Erregern, die sie mit sich tragen, eine Art lokal wirksames Betäubungsmittel ab – und wir bemerken den gierigen Besuch gar nicht.

Stoff schützt

aussagekräftiger Titel Der einfachste und beste Schutz vor den Blutsaugern ist Kleidung. Lange Ärmel und Hosen, Strümpfe, geschlossene Schuhe und eine Kopfbedeckung machen es der Zecke schwer – bis sie eine freie Hautstelle gefunden hat, könnt ihr längst wieder zu Hause sein. Dort am besten rasch umziehen und die Kleidung draußen ausschütteln – auf hellen Stoffen sind die braunen, schwarzen oder rötlichen Spinnentiere gut zu erkennen. Haut und Haare solltet ihr sofort gründlich absuchen.

Weg damit

aussagekräftiger Titel Habt ihr eine Zecke gefunden, entfernt sie mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenkarte und desinfiziert die Stichstelle. Jetzt raten Parasitologen, nicht zimperlich zu sein: Weder Toilettenspülung noch Schuhabsatz machen Zecken sicher unschädlich; das gelingt nur, wenn ihr sie verbrennt, in Desinfektionsmittel oder hochprozentigen Alkohol legt oder mit Papier bedeckt und zum Beispiel mit einem Glas fest zerdrückt.

Repellents

aussagekräftiger Titel Effektiv, aber nicht immer unbedenklich wirken Anti-Zecken-Mittel, die als Spray oder Lotion zum Auftragen auf die Haut erhältlich sind. Die von der Stiftung Warentest aktuell als wirksam eingestuften Mittel halten Zecken mindestens sechs Stunden zuverlässig ab; bei empfindlichen Personen können sie aber Schleimhautreizungen oder Allergien auslösen. Unbedacht sollten also auch sie nicht verwendet werden; entscheidet ihr euch dafür, raten die Experten, die Haut in jedem Fall zusätzlich mit langer, heller Kleidung zu schützen – sicher ist sicher. Wirksame Mittel zur Zeckenabwehr und zur Desinfektion findet ihr in der Shop-Apotheke.

Impfen lassen?

Mit immer milderem Klima ist in den vergangenen Jahren auch die Zahl der (meldepflichtigen) FSME-Infektionen gestiegen; die Wahrscheinlichkeit schwerer Verläufe wächst mit dem Alter. Wenn ihr in einem Risikogebiet wohnt oder Ferien macht und euch öfter im Freien aufhaltet, empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut) eine Impfung als sichersten Infektionsschutz. Informationen dazu findet ihr unter anderem auf www.rki.de; persönliche Beratung gibt es natürlich beim Hausarzt.

 

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