Mythos Mindesthaltbarkeitsdatum

Supermarkt Flasche in Händen

erstellt am: 13.06.2018 | von: Fabienne Glatow | Kategorie(n): Gesundheit, Ratgeber

Gesundheit

Supermarkt Flasche in Händen

Mythos Mindesthaltbarkeitsdatum

Von: Fabienne Glatow

Ein kurzer Blick in den Kühlschrank - was finden wir da so? Milch, Jogurt, Eier... ob die wohl noch gut sind? Die meisten ziehen dabei das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) zu Rat. Aber wie genau sollte man wirklich darauf achten, wenn es um den Zustand unserer Produkte geht?

Erschreckende Zahlen

Kiste mit Gemüse und ObstRund 82 Kilogramm Lebensmittel schmeißt der durchschnittliche Deutsche im Jahr weg. In einem 4-Personen Haushalt wären das schon 328 Kilogramm pro Jahr. Und jeder Zwanzigste ist dabei durch das Mindesthaltbarkeitsdatum beeinflusst worden, weil er oder sie denkt, dass das Produkt danach nicht mehr genießbar ist. Diese Denkweise ist größtenteils falsch und führt zu einer unnötigen Lebensmittelverschwendung.

Offiziell beschreibt das Datum den Zeitpunkt, zu dem es "unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften behält". Diese sind allerdings erst dann nicht mehr gegeben, wenn das besagte Produkt beispielsweise an Vitamingehalt, Farbe, Geruch oder Geschmack seit dem Kauf verloren hat.

Auf die Sinne verlassen

Frühstück zubereitenDer besagte Denkfehler, der sich bei einer Vielzahl von Leuten eingeschlichen hat, ist der Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verfallsdatum. Diese sind nämlich nicht miteinander zu vergleichen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist quasi eine Absicherung des Herstellers, dass das Produkt garantiert bis zum vorgeschriebenen Tag X haltbar ist. Es ist sogar ein Richtwert, an den sich die Produzenten halten müssen. Das bedeutet, nur weil das Datum überschritten ist, heißt es keinesfalls, dass es danach nicht mehr zum Verzehr geeignet ist. Anders ist das bei einem Verfallsdatum - Produkte mit der Aufschrift "zu verbrauchen bis" sollten wirklich bis zur besagten Aufschrift aufgebraucht werden. Das gilt hauptsächlich für leicht verderbliche Lebensmittel, wie Hackfleisch oder Fisch.

Wenn ihr überprüfen wollt, ob ein Produkt noch gut ist, dann verlasst euch einfach auf eure Sinne. Denn jeder musste wohl schon einmal unfreiwillig herausfinden, wie eine saure Milch schmeckt. Nehmt die Lebensmittel genau unter die Lupe, selbst kleine, schimmelige Stellen erkennt man meist sofort. Daran zu riechen kann bei manchen Lebensmitteln auch ein wichtiger Hinweis sein. Im Zweifel doch einmal ein kleines bisschen davon probieren, dann habt ihr die absolute Gewissheit.

Was gibt es zu beachten?

Offener Kühlschrank

Die angegeben Temperaturwerte sollten bei der Lagerung durchaus ernst genommen werden. Damit unterstützt ihr die längere Haltbarkeit der Lebensmittel. Jogurt, Milch und Butter fühlen sich beispielsweise im mittleren Fach des Kühlschranks bei ca. 6 Grad besonders wohl. Eine normale Milch ist in der Regel noch drei Tage nach dem Ablauf des MHD in Ordnung, selbst wenn diese schon angebrochen ist. Auch Eier können bis zu zwei Wochen danach noch verwendet werden, allerdings nicht mehr roh, sondern nur noch zum backen.

Mehl, Reis, Getreide oder Nudeln sind sogar einige Monate nach MHD - bei trockener Lagerung - problemlos zu verwerten. Auf Produkten wie Salz, Zucker oder Essig ist bereits gar kein Datum mehr nötig. Da Käse auch gerne zum schimmeln neigt, achtet darauf, dass dieser immer gut verpackt ist.

Tipp: Die weißen Stellen, die sich manchmal auf dem Käse bilden, sind nicht zwingend Schimmel. Lassen sie sich leicht abreiben, handelt es sich lediglich um Salzkristalle. Und wenn es dann doch Schimmel ist, kann dieser großzügig abschnitten werden und immer noch genossen werden.

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